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Bitte mehr Sex

Bitte mehr Sex

Die thailändische Regierung hat ihre Bürger aufgefordert, doch bitte mehr Sex zu haben. Ja, das stimmt wirklich.

Als ob es keine anderen Probleme zu lösen gäbe, oder? Eigentlich will die Regierung Pärchen davon überzeugen, mehr als ein Kind zu haben.
Daher werden für jedes weitere Kind nach dem ersten ein doppelter Steueranreiz geboten: Erst 30.000 Baht für das erste Kind und dann je 60.000 Baht für jedes weitere Kind. Gleichzeitig können Eltern 60.000 Baht absetzen.

Das wird die Regierung geschätzte 2,5 Milliarden Baht pro Jahr kosten. Warum also fordert sie ihre Bürger auf, sich amourösen Beschäftigungen hinzugeben?

Der Grund ist ganz einfach: Experten sind darüber besorgt, dass Thailand eine alternde Gesellschaft wird, weil die Geburtenrate immer weiter zurückgeht. Es geht die Furcht um, dass es nicht genügend Leute gibt, die arbeiten, wenn die Senioren in Rente gehen.

Statistiken des Innenministeriums zeigen, dass es zurzeit nur etwas über 700.000 Geburten pro Jahr gibt. In den Boomjahren von Ende der 60er bis Ende der 80er Jahre waren es über eine Million Geburten.

Es geht die Furcht wegen des Verhältnisses zwischen arbeitenden Bürgern und Rentnern um. Laut Schätzungen des Innenministeriums werden in 20 Jahren 1,7 Arbeitnehmer einen Senior ernähren müssen.

Die Feststellung, dass in entwickelten Ländern mehr Leute Single bleiben und die Geburtenrate zurückgeht, ist nicht neu, aber immer wieder interessant. Thailand gehört jetzt zu den Ländern, die sich genau in diesem Dilemma wieder finden.

In Japan begann dieses Problem vor 20 Jahren, denn schon damals begann dort die Geburtenrate zu sinken. Der südliche Nachbar Singapur hat die niedrigste Geburtenrate der Welt, nämlich 0,81 Kinder pro Frau. In Thailand beträgt die Geburtenrate 1,5, das ist aber immer noch deutlich unter 2,1, die benötigt werden, um die Bevölkerung stabil zu halten.

Aber bewegen wir uns tatsächlich in derartig gefährlichen Gewässern, wie es die Beamten und Experten immer wieder behaupten? Sie sagen, dass Daten nicht lügen, aber man weiß, dass Statistiken sehr wohl die Unwahrheit sagen können.

Es ist ironisch, dass das Innenministerium eine Million Geburten pro Jahr als Ziel nennt. Diese Zahl wurde während der höchsten Geburtenrate Thailands erreicht, da betrug sie über drei Prozent. Zu dieser Zeit vermehrte sich das Volk so schnell, dass die Regierung eine Kampagne begann, um der hohen Geburtenrate Einhalt zu gebieten.

Diese Kampagne funktionierte derartig gut, dass sie als Vorbild angesehen und in anderen Teilen der Welt angewandt wurde.

Auch wenn die Geburtenrate der Thaifrauen zurückgeht, so wächst die thailändische Bevölkerung. Den gut 700.000 Geburten pro Jahr stehen 400.000 Todesfälle gegenüber. Das bedeutet, dass die Bevölkerung jährlich um über 300.000 zunimmt, das sind etwa 0,5 Prozent.

Die fruchtbaren Thais werden also nicht aussterben. Übertrieben scheint auch die Besorgnis bezüglich des Arbeitskräftemangels.

Bei einer Bevölkerungskonferenz im Jahr 2014, schlug der Demograph Prof. Pramote Prasartkul vor, dass dem Arbeitskräftemangel vorgebeugt wird, indem das Rentenalter auf über 60 Jahre angehoben wird. Das jetzige Rentenalter von 60 Jahren ist in Bezug auf die modernen medizinischen Verhältnissen und der hohen Lebenserwartung überholt. Wenn die Leute fünf Jahre später als jetzt in Rente gehen, würde die Erwerbsbevölkerung um vier bis fünf Millionen erhöht und jeden Mangel auf dem Arbeitsmarkt ausgleichen.

Der Akademiker sagte das nicht, aber so eine Maßnahme würde dazu beitragen, dass Probleme wie Einsamkeit, Depressionen und Armut bei alten Menschen eingedämmt werden.

Arbeiten, die von Thais ungern erledigt werden, weil sie gefährlich, dreckig oder anstrengend sind, werden von Migranten übernommen. Weitere Migranten können eingestellt werden, falls die benötigt werden.

Tausende von Migrantenkindern werden Jahre im Land bleiben. Wenn ihnen der Aufenthalt gestattet wird, können sie in Thailand zur Schule gehen, eine Ausbildung machen und mit ihrer Arbeitskraft der thailändischen Wirtschaft helfen.

Dem Facharbeitermangel kann begegnet werden, indem Ausländern erlaubt wird, solche Positionen zu übernehmen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Migranten und ausländische Arbeitskräfte auch Steuern bezahlen.

Moderne Technologie wie Roboter haben in der Fertigungsindustrie bereits menschliche Arbeitskräfte ersetzt. Der Trend wird weitergehen.
Der größte Fehler der neuesten Bevölkerungskampagne ist, dass sie eindimensional ist. Hier wurde eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen ohne auf Belange der Gesellschaft und der Umwelt Rücksicht zu nehmen.

Es gibt im In- und Ausland erhebliche Probleme mit der Umwelt. Eine wachsende Bevölkerung würde den Druck auf die natürlichen Ressourcen nur erhöhen.

Wenn die Belastung der Umwelt steigt, bedeutet dies, dass auch die zukünftigen Generationen belastet werden. Das könnte ein Grund sein, weshalb die Leute nicht mehr so viele Kinder haben wollen. Mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist diese Sorge jedenfalls eher nicht zu begründen.
Pramote empfiehlt auch, dass Beamte mehr Wert auf die Qualität und nicht die Quantität von Geburten legen. Er könnte damit an die steigende Zahl von Teenager-Schwangerschaften gedacht haben.

Qualitätsgeburten sind laut Pramote solche, die von Frauen gewünscht werden und darauf vorbereitet sind, weil sie geplant haben.

Wir müssen mit Qualitätsgeburten beginnen, gefolgt von einer Qualitätsausbildung und Sozialisierung, um sicherzustellen, dass sich die neuen Mitglieder der Gesellschaft gut entwickeln“, sagte er.

Das ist ein Gebiet, auf dem der Steueranreiz besser angelegt ist.

Warum verlangen die Anführer von Nationen immer wieder, dass ihr Volk mehr Nachwuchs produziert? Niemand will das laut sagen, aber unterbewusst geht es vielleicht darum, dass die Anführer darüber besorgt sind, dass sich die Bürger mit anderen Völkern vermischen. (Für Deutschland gilt diese Furcht selbstverständlich nicht, hier ist die Vermischung Regierungsprogramm.)

Wegen der Konnektivität durch Technologie und Wirtschaft, nicht zu erwähnen die Umwelt, ist es sicherlich sinnvoller, alles in einem globalen Zusammenhang zu sehen und den Blick nicht auf die Ländergrenzen zu beschränken.

Eine steigende Bevölkerungszahl kann die drängenden Probleme der Welt jedenfalls nicht lösen, und auch nicht die individuellen Probleme einer Nation.

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