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Bitte keinen Sex im sündenfreien Pattaya

Die Bucht von Pattaya: Nicht ganz sauber und nicht ganz frei von SündeMan kann den Behörden nur viel Glück wünschen, nachdem sie bekannt gaben, aus dem verlotterten „Sin City“ ein familienorientiertes Paradies zu machen. Denn viel Glück werden sie dabei brauchen.

Das Ministerium des Wunschdenkens scheint es zunächst auf Ladyboys abgesehen zu haben. Aber nach Verhaftung und Zahlung einer kleinen Geldstrafe dürfen die Transsexuellen wieder ihrem Broterwerb auf der Straße nachgehen und ihren Wortschatz der russischen Sprache vertiefen, in dem das Wort „Baht“ sehr häufig vertreten ist.

Reaktionen der Öffentlichkeit auf den Vorschlag zur Umwandlung in ein „Familienparadies“ gehen in die Richtung, dass es sich um eine nette Idee handelt, die aber einer „Mission Impossible” gleichkommt. Interessant ist aber, dass es nicht der an der Strandpromenade angebotene Sex ist, von dem sich die Leute gestört fühlen, sondern vielmehr die Heerscharen von Nagern, die abends aus ihren dunklen Löchern huschen oder dem verdreckten Meer der Bucht von Pattaya, in dem Fische einen rauen Hals bekommen.

Es gibt auch etwas anderes, das in Pattaya stört: Es sind all diese korpulenten Männer, meist aus England oder Australien, die meinen, mit nacktem Oberkörper herumlaufen zu müssen und der Öffentlichkeit ihren mit Bier gefüllten Schwabbelbauch präsentieren. Das finden sogar die Ladyboys Ekel erregend. Jungs, behaltet bitte Eure Shirts an!

Nichts Böses

Manche mögen behaupten, dass Pattaya völlig okay ist und es nichts gibt, was aufgeräumt werden müsste. Da gab es einmal einen Vorfall im Jahre 1999, als das Magazin „Esquire“ irgendwie etwas verspätet feststellte, dass Pattaya nicht wirklich für einen Ausflug für Sonntagsschulen geeignet ist.

Eine Dame im Bangkoker Kabinett wurde prompt nach Pattaya entsandt, um diesem Vorwurf vor Ort nachzugehen und zu überprüfen, ob, der Himmel bewahre, ungezogene Dinge im Seebad vor sich gingen. Sie kehrte ein paar Tage später zurück und verkündete ohne mit der Wimper zu zucken, dass sie in Pattaya keine Spur irgendeiner wie auch immer gearteten Sexindustrie entdecken konnte.

Diese Erkenntnis führte zu einiger Heiterkeit, insbesondere weil zufällig an diesem Tag der US-Flugzeugträger Kitty Hawk vor der Küste vor Anker lag und Tausende hungrige Seeleute darauf aus waren, den Geschmack von Pattayas… äh… kulturellen Attraktionen näher kennenzulernen. Natürlich ging es dabei nicht um Sex.

Super Spürhunde

Das unterhaltsamste Durchgreifen in Pattaya fand 1997 statt, als eine Eliteeinheit der Bangkoker Polizei ins Seebad kam und ein für allemal „die Angelegenheit in Ordnung bringen“ wollte.

Doch diese Spürhunde stießen auf mehr als sie sich gewünscht hätten, insbesondere als sie auf die Damen der Nacht trafen. In einem Fall entschloss sich ein fleißiger Kommissar, die Nacht mit einer Begleiterin zu verbringen, um im Namen des Gesetzes tiefgehende Ermittlungen zu führen. Am nächsten Morgen wachte er alleine auf. Seine Brieftasche, Pistole und sein Telefon waren zusammen mit seinem Auto verschwunden. Es muss ihm Spaß gemacht haben, den Diebstahl auf dem örtlichen Polizeirevier anzuzeigen.

Ein anderes Mitglied der Spürhund-Einheit schaffte es, seinen nagelneuen BMW in das Heck einer Limousine krachen zu lassen, was zu einem Auffahrunfall führte, in den zehn Fahrzeuge verwickelt waren. Nun, ihnen wurde vorher gesagt, dass man ihre Anwesenheit in Pattaya zur Kenntnis nehmen sollte… Wie vorauszusehen war, fingen sie mit ihrem Schleppnetz ein paar Ladyboys, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten hatten, und ein paar tote Fische.

Reporter im Pech

Anfang der 90er Jahre schickte der Chefredakteur der „Bangkok Post“ einen Reporter nach Pattaya, weil man bei der Zeitung der Meinung war, dass über Pattaya unfair berichtet wurde. Der Reporter sollte eine nette Story schreiben und die positiven Aspekte des Seebades hervorheben.

Drei Stunden nach seiner Abreise rief der Reporter den Chefredakteur an und bat um einen Vorschuss. Offenbar war der Reporter wenige Minuten nach Ankunft in Pattaya das Opfer eines Taschendiebes geworden.

Himmelskörper und himmlische Körper

Vor vielen Jahren bemühte ich mich wegen eines wissenschaftlichen Ereignisses zum Strand von Jomtien. An diesem Tag sollte der Halley’sche Komet zu sehen sein, und ich mischte mich unter die Einheimischen am Strand, die mit Ferngläsern und Teleskopen bewaffnet waren, um dem himmlischen Schauspiel zuzusehen.

Plötzlich wurde die Menge ganz aufgeregt und es schien, als ob die Ankunft des berühmten Kometen kurz bevorstand. Komischerweise waren aber Kameras und Ferngläser nicht in den Himmel gerichtet. Stattdessen schien sich die Aufmerksamkeit auf zwei Europäerinnen zu fokussieren, die sich am Strand von ihren Bikini-Tops getrennt hatten. Der Anblick schlug um Längen alles, was die Tiefen des Weltalls zu bieten hatten.

Die gestrandeten Wassernixen wurden auch von einer Schulklasse bemerkt, die sich auf einer astronomischen Exkursion befand, die plötzlich überhaupt nicht mehr langweilig war. In der nächsten Stunde drang aus Richtung der Schüler ständiges Kichern, sowohl von Jungen als auch von Mädchen, die in der Nähe der beiden Touristinnen herumliefen, um auch ja nichts zu verpassen.

Halleys Komet war vollständig vergessen, aber man kann den Schülern wohl kaum vorwerfen, dass sie ihre wissenschaftlichen Studien zwei so himmlischen Körpern zuwandten.

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