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Bequem und nicht billig

Bequem und nicht billig

Während das Schicksal unzähliger Garküchen in Bangkok nach wie vor in der Luft hängt, können sich die Stammgäste dieser Restaurants auf Bürgersteigen erst einmal zurücklehnen und abwarten, was da noch kommt, schreibt Sirinya Wattanasukchaivon der Bangkok Post.

Es wird immer schwieriger etwas zu glauben, was nicht unbedingt an der Berichterstattung der Medien liegt, sondern eher an den Leuten, die von Medien zitiert werden. Hieß es zunächst, dass alle Bangkoker Garküchen bis Ende des Jahres schließen sollen, hieß es später, dass man nur die Essensstände in der Khao San und der Yaowarat Road „regulieren “ wolle. Dann hieß es, dass die Stände auf den beiden Straßen nicht angerührt werden, man aber auf anderen Bangkoker Straßen durchgreifen werde.

Natürlich können sich Leute mit hohem Einkommen und die gehobene Mittelklasse dazu entschließen, in gute Restaurants zu gehen oder manchmal auch in eines auf dem Dach eines Wolkenkratzers. Rooftop-Dinner sind sehr schön, aber auch schön teuer. Doch Millionen Bangkoker, die zu den Geringverdienern gehören, sind auf die Garküchen angewiesen, ob deren Hygiene nun „unangemessen“ sein mag oder nicht. Man kann es sich aber leisten, dort oft zu essen.

Ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, wie ein durchschnittlicher Bürger ohne Streetfood zurecht kommen könnte, daher unternahm ich ein Experiment und verbrachte einen Tag ohne Garküchen.

Mein Frühstück bestand aus Produkten einer beliebten Supermarktkette im Ploenchit-Viertel. Ich fand es schwierig, das Richtige auszuwählen, weil hunderte Produkte zur Auswahl standen. Reihe um Reihe mit Fertiggerichten, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum und garantierter Hygiene. Dutzende Bäckereiprodukte, frisch gebacken und frisch gekochter Kaffee. Da standen ein paar Kunden vor mir in der Schlange.

Beliebte Thaigerichte wie khao grapao gai waren auch zu haben – in tief gefrorenen Schachteln. Warum besorge ich mir nicht immer diese hygienische Auswahl, anstatt zu Händlern zu gehen, die „illegal die Bürgersteige inmitten einer verschmutzten Umgebung belagern?

Ich entschied mich für ein frisch gemachtes „cremiges Omelette“ mit Reis, in diesem Supermarkt sehr beliebt, die hatten am Morgen schon 100 Stück verkauft, ließ ich mir sagen. Das cremige Omelette mit Reis war frisch wie auf der Straße und sogar noch etwas billiger. Ich war sicher, dass es auch „hygienischer“ war. Aber ich war nicht sicher, ob es meinen Magen füllen würde. Daher musste ich über den Tag öfter als sonst in diesen Supermarkt gehen, um mir etwas zu essen zu besorgen. Ich holte ein Ham-Cheese-Croissant-Sandwich und dann ein Sandwich mit Doppel-Schinken und -Käse, um etwas für später zu haben.

Ich sah mich nicht weiter um, weil ich nicht den ganzen Morgen Zeit hatte. Es gab natürlich mehr Sandwiches, mehr Wurst, mehr gebratene Eier, mehr gekochte Eier, Waffeln oder Bananenkuchen. An einer anderen Stelle standen Burger aus Klebereis und frittiertem Schweinefleisch. Es gab Spaghetti und Lasagne, gebutterte Croissants oder süße Kondensmilch. Hört sich alle sehr gesund an.

Sobald man weiß, was man will, ist das Leben kinderleicht. Man muss auch nicht viel sagen, wenn man etwas will.

Das „Kochen“ ist auch nicht schwierig. Auf der Packung steht, wie das geht: ab in die Mikrowelle.

Wer Obst mag, sollte sich nicht nach unhygienischen Straßenhändlern umsehen, sondern das abgepackt auch gleich im Supermarkt kaufen.

Ich entdeckte noch Sushi mit Thunfisch und Lachs, und das sollte mein Essen am späten Nachmittag werden. Und am Abend käme noch ein gekochtes Ei hinzu. Ein einziges gekochtes Ei würde bei einem Straßenhändler schwierig zu finden sein.

Nachdem ich an der Kasse bezahlt hatte, setzte ich mich in der Nähe hin und aß mein Frühstück.

Was für ein Leben! So viel Essen unter einem Dach, und dazu noch klimatisiert. Was will man mehr?

Warum also sollte ich mich darüber beschweren, dass Streetfood womöglich bald verboten wird? Wir können es mit Hilfe der Supermärkte schaffen. An diesem Tag überlebte ich den Tag mit 237 Baht. Etwas zu viel für jemanden, der den Mindestlohn von 300 Baht pro Tag verdient. Und ich hatte eindeutig zu viel Salz zu mir genommen. Wirklich gesund ist das alles nicht.

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