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Bankgeschäfte im 7-Eleven

Bankgeschäfte im 7-Eleven

Die Supermarktkette 7-Eleven versucht immer, ihren Kunden etwas Neues zu bieten. Bargeldlose Zahlung oder das Bezahlen von Rechnungen aller Art, diverse Fertiggerichte, deren Auswahl immer größer wird, und zuletzt Zapfbier – das allerdings verboten wurde, bevor sich der Schaum legte.

Was könnte als nächstes in den 7-Eleven-Läden Einzug finden, jetzt schon hängen Millionen Kunden wie Süchtige von der Ladenkette ab, denn hier bekommen sie auch noch um Mitternacht Snacks, können Rechnungen für Strom und Wasser zahlen oder sich die morgendliche Koffeindosis mundgerecht in Form heißen Kaffees abholen. Antwort: Es könnten Bankgeschäfte sein. Einzahlungen aufs Konto oder Abhebungen.

Ökonomen sind der Meinung, dass dies nur ein logischer nächster Schritt sei, was die Evolution von Finanzdiensten betreffe, zumal Banken Personal einsparen und Filialen aufgeben wollen.

Letzten Monat kamen Gerüchte auf, wonach 7-Eleven-Filialen als Bank dienen könnten, weil Daranee Saeju von der Bank of Thailand andeutete, dass eine das Bankwesen betreffende Vorschrift dahingehend geändert wurde, wonach es Supermärkten in Zukunft gestattet ist, Ein- und Auszahlungen auf und von Konten vorzunehmen. Kommerzbanken ist es nach Änderung der Vorschriften gestattet, Privatfirmen – wie etwa das Franchiseunternehmen 7-Eleven – damit zu beauftragen, Dienstleistungen im Namen der Bank anzubieten.

Die neue Vorschrift, die bereits in Kraft getreten ist, erlaubt 7-Eleven als offizielle Agentin der Bank zu operieren. Somchai Sajjapongse, Staatssekretär im Finanzministerium, sagte, das Feld der Finanzdienstleistungen werde erweitert, wenn 7-Eleven in das Bankwesen einsteigt. Jedes Unternehmen, das sich um eine entsprechende Lizenz bemüht, müsse mit den jeweils geltenden Bankvorschriften und -konditionen konform gehen.
Somboon Chitphentom, Vize-Gouverneur der Bank of Thailand, sagte, die neue Vorschrift sehe vor, dass eine Person pro Tag nicht mehr als 20.000 Baht abheben oder einzahlen könne.

Laut Thakorn Piyapan, Mitarbeiter der Bank of Ayudhya, sind die Kommerzbanken interessiert. „Wir prüfen das gerade“, sagte Thakorn und fügte hinzu, dass es schon seit einiger Zeit diese Idee gebe. Zurzeit überlege man bei seiner Bank, in wie vielen Supermarktfilialen es Serviceangebote der Bank of Ayudhya geben sollte und ob sich die Investition überhaupt lohnen würde.

Thanee Limpanarom, Sprecher von CP All, Eigentümerin der 7-Eleven-Kette, wollte die Spekulationen nicht kommentieren. „Ich habe dazu nichts zu sagen. Das liegt alles bei der Bank of Thailand.

Einige nahmen die Nachricht, dass die größte Einzelhandelskette Thailands – CP All will in diesem Jahr die 10.000. 7-Eleven-Filiale eröffnen – ins Bankgeschäft einsteigt, mit Zurückhaltung auf.

Bankgeschäfte im 7-Eleven
Bankgeschäfte im 7-Eleven

CP All ist ein massives Firmenkonglomerat und gehört zu den größten Unternehmen in Thailand. Es verdient Geld in der Lebensmittelindustrie, mit den Supermärkten, in der Landwirtschaft und der Telekommunikation, im Finanzwesen, der Bildung und in anderen Bereichen. Die mächtige Familie, die hinter CP All steht, ist laut Forbes die viert reichste in Asien.

Ein Kommentar im in Thailand beliebten Pantip-Forum lautete, dass es genau so aussähe, wenn sich ein machtbesessenes Unternehmen langsam in das tägliche Leben der Bürger einschleiche.
Mit jedem Tag, der vorüber geht, wird das ein alles konsumierendes Geschäftsmonopol. Das sollte wir nicht übersehen“, schrieb ein anderer User. „Stellen Sie sich einfach mal aus Spaß vor, alle 7-Eleven-Filialen würden eine Woche lang schließen. Das Land würde ins Chaos stürzen.

Thanavath Phonvichai, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität der Handelskammer, sagte, CP All würde nicht viel hinzubekommen, wenn das Unternehmen auch Bankdienstleistungen anbiete. Die thailändische Zentralbank ließe niemals zu, dass der Finanzsektor durch einen Deal destabilisiert wird.

Sie müssen gut durchdacht haben, dass es da kein Problem gibt“, sagte Thanavath. „Es wird keine negativen Auswirkungen auf das System geben.

Ihm gefällt, dass Funktionen in anderen Technologien konsolidiert werden. „Uhren können jetzt viele Dinge machen. Ihre Primärfunktion ist verschwunden. Leute benutzen stattdessen Mobiltelefone, um auf die Uhr zu sehen“, sagte Thanavasth, der die Abteilung Wirtschaftsausblicke leitet. „Ich möchte das einen Wechsel in der Geschäftswelt nennen.“
Insgesamt hinge das seiner Meinung nach aber mit der Bequemlichkeit der Kundschaft zusammen.

Das Timing kommt jedenfalls zu einer Zeit, in der Finanzinstitute Stellen abbauen und Filialen schließen. 2017 wurden 223 Kommerzbankfilialen geschlossen, die Siam Commercial Bank, die älteste Privatbank Thailands, will die Anzahl der Mitarbeiter von 27.000 auf 15.000 fast halbieren.

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