Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Bangkoks Zukunft liegt in der Vergangenheit

Bangkoks Zukunft liegt in der Vergangenheit

In Bangkok herumzulaufen ist schrecklich. Fahren ist auch nicht viel besser, aber zumindest vermeidet man dann die dreckigen, kaputten und mit Hindernissen übersäten Bürgersteige. Fahren bedeutet auch, dass man mit der Luft nicht direkt in Verbindung kommt, die immer schmutziger wird – auch deshalb, weil alle fahren.

Wie kann man diesen Teufelskreis durchbrechen? Was ist, wenn man, anstatt ein Motorrad oder ein Taxi zu nehmen, ein paar Kilometer zu Fuß gehen könnte, durch einen grünen Korridor im Grünen, durch eine Baumallee, oder mit dem Fahrrad fahren könnte? Das mag sich wie ein ungewöhnlicher Traum anhören, kann aber erreicht werden, wenn Bangkok zu seiner Vergangenheit zurückfährt und die Kanäle wieder aufbaut, die vernachlässigt und unter Beton begraben wurden, damit der Automobilära der Weg geebnet werden konnte.

Das ist die Idee, die hinter einem Pilotprojekt steckt, bei der ein weit verzweigtes Netzwerk von Khlongs oder Kanälen wieder aufgebaut werden sollten, für die die Hauptstadt einst den Spitznamen „Venedig des Ostens“ trug. Indem diese Wasserwege renoviert und in ein Transportnetz aufgenommen werden, und dies geschieht im Rahmen des Cycling-Canal-Community-Projektes. Hier soll hier ein Weg gefunden werden, um den Verkehrsalptraum und Bangkoks Weg zu einer Stadt voller Smog, in der man nicht mehr leben kann, zu beenden.

Bangkok wurde auf einem Fluss und einem Netzwerk von Kanälen aufgebaut“, sagte Kanjanee Budhimedhee, Vorsitzende des Projekts. „Kanäle waren eine Einheit in Bangkok, aber wir haben sie fallen lassen, als wir Straßen bauten. Heute sind Kanäle zu einem Problem geworden. Sie dienen als Mülldeponie und stinken.

Das Ziel ist es, mit einer zehn Kilometer langen autofreien Strecke zu beginnen, im Südwesten Bangkoks zwischen den Bezirken Thung Khru und Chom Thong. Wenn erfolgreich, könnte die Strecke ganz leicht um die 10.000 Einwohner in etwa zehn Gemeinden erreichen.

„Diese Art von Korridoren, eigentlich Kanäle, existieren im Grunde in ganz Bangkok. Aber sie sind nicht miteinander verbunden“, sagte sie.

Wenn die Kanalkorridore miteinander verbunden und den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt zugänglich gemacht werden können, dazu zählen Boote, Busse, Bahnen, so glaubt Kanjanee, dass „das eine große Alternative werden kann … und eine echte Option für die Leute“, die nicht aufs Auto angewiesen sein wollen.

Das würde auch bedeuten, dass es mehr Transitoptionen gibt, die sicher und effizient sind, während die Leute dazu ermutigt werden, auch einmal zu Fuß zu gehen oder zu radeln, und das würde letztendlich auch dabei helfen, die Anzahl der Autos auf den Straßen zu reduzieren. Wenn die Kanäle renoviert werden, würde dies auch dazu beitragen, dass die Khlongs nicht mehr so schrecklich stinken.

Es handelt sich um eine Idee, die in anderen Städten in der ganzen Welt erfolgreich war. Hier waren vernachlässigte Flüsse und Kanäle wieder ans Tageslicht gebracht worden, sie wurden renoviert und helfen jetzt dabei, die Lebensqualität zu verbessern.

Vor zehn Jahren verwandelte Seoul den extrem verschmutzten Fluss Cheonggyecheon in ein Naturwunder, das Anwohner die Natur im Herzen des Asphaltdschungels näher bringt. Der Fluss und die Parkanlagen reduzieren die Temperatur in der Stadt, die Umweltverschmutzung, und das Tierleben blüht.

Es ist ein Anblick, der bei Kanjanee Hoffnung für ihre Initiative auslöst. Nachdem sie 2016 ihren Verein gegründet hat, verhandelt sie immer noch mit Mitgliedern der Stadtverwaltung und Gemeinderatsmitgliedern über Design und Bau.

Wir haben mehrmals versucht, das Projekt in ein oder zwei Bezirken Bangkoks durchzubringen, aber es gibt Widerstände und Konflikte, einige Strecken, die wir aussuchten, stießen bei den Leuten, die an den Rändern der Kanäle leben, nicht auf Begeisterung“, sagte Kanjanee. „Wir sagten aber der Verwaltung, dass wir hingehen und mit jedem Haushalt sprechen können, wenn die Verwaltung zustimmt.

Das alte Bangkoker Verkehrsnetzwerk „war nicht auf Straßen und Gehsteige vorbereitet“ und heutzutage „können wir keinen Raum mehr für neue Straßen finden“, sagte Yossapon Boonsom, ein prominenter Landschaftsarchitekt, der seit über zehn Jahren in der Stadtplanung arbeitet.

Die Straßen machen nur sieben Prozent der Fläche Bangkoks aus, während diese Fläche in den meisten Städten durchschnittlich 20 oder 25 Prozent beträgt, teilte das Urban Design and Development Center der Chulalongkorn University mit.
Seiner Meinung nach werden die Leute in der Hauptstadt nicht gerade ermutigt, zu Fuß zu gehen oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, was dazu führt, dass viele Leute zu lange in ihren Autos eingesperrt sind.

Daraus folgt schließlich, dass wir „andere Leute nicht erreichen“, und die Chancen sinken, im Einklang mit der Stadt zu leben“, sagte Yossapon. „Wir haben die Möglichkeiten verpasst.

Es sei keine nachhaltige Lösung, noch mehr Straßen zu bauen, es funktioniere auch nicht, den Autos Platz wegzunehmen. Kanjanee sagte, dass sie in ihren zehn Jahren Stadtplanung gemerkt habe, dass es einfach nicht ginge, wenn man Fußgängern und Fahrradfahrern mehr Raum gebe, wenn man aber diesen gleichzeitig den Autos wegnehme.

Daher erkannte sie eine potentielle Lösung, wenn man sich der Gebiete entlang der über 1.100 Kanäle der Stadt bedient, die zusammen Tausende Kilometer lang sind.

Auch wenn es mit dem Projekt nur langsam vorangeht, so bleibt Kanjanee optimistisch, dass der Mehrwert – und die damit verbundenen geringen Kosten – schließlich angenommen werden.

Yossapon glaubt, dass es zu mehr Investitionen in entsprechend genutzten Gegenden kommen wird, falls es gelingt, die Leute aus den Autos herauszubekommen.

Wenn die Leute viel öffentlichen Raum benutzen, dann ist der Staat verpflichtet, diesen in einem guten Zustand zu erhalten“, sagte er. „Das wird schließlich auf die benachbarten Flächen der Stadt übergreifen, die dann ein besserer Ort wird.

Beitragsquelle : http://www.khaosodenglish.com/featured/2018/03/11/avoiding-bangkoks-dystopian-future-lies-in-its-watery-past/

Ähnliche Beiträge