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Bangkoks Architekturproblem

Bangkoks Architekturproblem

Vor ein paar Wochen staunten die Thais über das MahaNakhon, den ultramodernen Wolkenkratzer, jetzt höchstes Gebäude in Bangkok.
Danach sprachen wir über das Wiman Phra-in oder Domizil von Indra, ein neues Wahrzeichen, das im Rahmen der neuen Chao-Phraya-Uferpromenade gebaut werden soll. Das spiralförmige, nach oben spitz zulaufende Gebäude verspricht nichts anderes als das Paradies.

Dummerweise geht es bei der Diskussion nicht um die Reinheit des Designs, sondern um den schändlichen Vorwurf des Plagiats. Der bekannte Architekt Duangrit Bunnag wies darauf hin, dass das Design-Team des King Monkut’s Institute of Technology Lad Krabang (KMITL) das Design von Crystal Island kopierte. Das Gebäude, das in Moskau entstehen soll, wurde vom bekannten britischen Architekten Norman Foster entworfen, der sich auch für den Bau der Reichstagskuppel in Berlin verantwortlich zeigt.

KMITL wurde von der Bangkoker Stadtverwaltung BMA beauftragt und erhielt 120 Millionen Baht, um die Chao-Phraya-Promenade zu entwerfen. Zu beiden Seiten des großen Flusses sollen sieben Kilometer lange Geh- und Fahrradwege entstehen, und zwar zwischen den Brücken Rama VII. und Pin Klao. Das Projekt wurde mit 14 Milliarden Baht budgetiert. Doch nun wurde das Projekt Phra-in wegen der Plagiatsvorwürfe von einem Paradies in ein verlorenes Paradies transformiert. KMITL behauptete zunächst, man kenne den Entwurf von Foster nicht und legte kurze Zeit später den Plagiatsentwurf zu den Akten.
Die Kritik an Wiman Phra-in beschränkt sich nicht nur auf das Plagiat. KMITL soll einem kommerziellen Architektenbüro die Mitarbeit erlaubt haben, was gegen die Vertragsbedingungen verstößt. Dort ist ausschließlich die Mitarbeit von Akademikern vorgesehen. Es ist nicht das erste Mal, dass KMITL auf Schwierigkeiten bei dem Projekt stößt. Nicht nur Architekten und Akademiker sind gegen das Projekt, sondern auch Experten auf anderen Gebieten.
Natürlich sollen die Ufer des Chao Phraya River entwickelt werden. Die Öffentlichkeit braucht besseren Zugang zu den Ufern, keine Frage. Aber dann muss mehr getan werden, als Geh- und Fahrradwege zu bauen.
„In Ländern mit guter Stadtplanung wie Frankreich oder Singapur, würde ein Projekt wie dieses durch eine spezielle Behörde gehandhabt werden, die unterschiedliche Experten hinzuzieht. Angeführt würde das Projekt vermutlich von einem Stadtplanungsamt. Experten wie Historiker, Anthropologen, Rechtsanwälte, Wirtschafts- und Umweltwissenschaftler würden daran teilnehmen, sagte Architekturprofessor Aruya Arunin von der Chulalongkorn Unviersität.
Das ist bei dem kostspieligen Projekt mit einem Volumen von 14 Milliarden Baht jedoch nicht der Fall.

Leute, die die alten und baufälligen Häuser entlang der Flussufer nicht mögen, dürfen sich freuen: Dort soll eine 3,7 Meter hohe Betonmauer entstehen, um Überschwemmungen zu verhindern. Diese Mauer gehört zu den umstrittensten Punkten der Planung, weil der Beton den Lauf des Flusses blockieren könnte. Es gibt mehr und andere Strömungen, der Pegel könnte steigen, das Wasser mehr Kraft haben, was den Bootstransport unterbricht und zu Erosion führt. An anderen Stellen des Flusses wurde bereits mit Beton gearbeitet, und genau diese Probleme sind aufgetreten.

Dann ist da noch der Umweltaspekt. Die BMA meint, eine Umweltverträglichkeitsstudie sei nicht notwendig, weil das Projekt als „Radweg“ kategorisiert wurde.
Da kann man nur sagen, dass das Paradies in der Tat verloren ist.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1089333/bangkok-and-a-problem-of-architecture

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