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Auf Wiedersehen, Jungs

Auf Wiedersehen, Jungs

Viele haben darauf gewartet, und das vier lange Jahre: Die Fußballweltmeisterschaft läuft auf Hochtouren, und Dank des schönen Spielplans, der dem letzten HALLO beilag, muss auch niemand ein Spiel versäumen. Schon gar nicht eines von der deutschen Nationalmannschaft.
Korrektur: Nicht die deutsche Nationalmannschaft, sondern „die Mannschaft“.
Deutsch“ ist ja schon mal ganz schlimm, so richtig igitt igitt, übertroffen nur noch von „Nation“ oder – ganz schlimm – „national“. Das gefriert einem das Blut in den Adern, wenn man dieses Wort hört oder liest.

Irgendwie gibt es keine richtige Stimmung, weder in Thailand noch in Deutschland. Das liegt nicht nur an dem katastrophalen Auftaktspiel gegen Mexiko, bei dem sogar wirklich eingefleischte Fans meinten, „die Mannschaft“ habe „verdient verloren.

Nein, dass die Stimmung nicht so ist, wie bei früheren Weltmeisterschaften, liegt natürlich hauptsächlich an zwei Mitspielern, die besser nicht in „der Mannschaft“ mitspielen würden, namentlich Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die je nach Betrachtungsweise Deutsche oder Türken, Deutschtürken oder Deutsche mit türkischem Migrationsvordergrund sind.

Özil erhielt vor zwei Jahren den „Bambi“, weil er sich besonders gut integriert hatte, wie es damals hieß. Wird der Bambi jetzt wie der Echo abgeschafft?

Wenn man sich so eine Geschichte ausdenkt, würde die von Lesern als unglaubwürdig kritisiert werden. Doch die Realität treibt oft die ungewöhnlichsten Blüten, so auch hier.

Özil und Gündogan hatten bekanntlich Erdogan, dem Führer des nationalislamischen Regimes in der Türkei ihre Sympathien bekundet, indem sie ihm handsignierte T-Shirts schenkten mit der Aufschrift „Mein Präsident“.

Da staunten die deutschen Fans und sicherlich auch der deutsche Präsident Steinmeier, der wohl aus deren Blickwinkel weder Özils noch Gündogans Präsident ist.

Oliver Bierhoff sprang den Spielern zur Seite und sagte, man müsse verstehen, wie „Türken ticken.“ Hätte das jemand von der AfD gesagt, wäre Polen offen gewesen. Eine Empörungswelle wäre über diese hinweggebrandet mit der Belehrung, dass es sich nicht um Türken, sondern doch um Deutsche handelt. Bierhoff wird seitdem jedenfalls als Bierdogan verspottet.

Wie also „ticken Türken“, wenn man Bierhoff einmal zitieren darf? Man darf sich hier schon fragen, ob die Leute, die etwas zu sagen haben (im DFB) oder zu schreiben haben (Journalisten) sich nie mit Türken unterhalten? Es wird so gut wie keine Türken geben, die sich, mit allem, was dazu gehört, zu Deutschland bekennen. Auf die Frage nach der Herkunft, auch wenn man nach einer deutschen Stadt oder einem deutschen Bundesland fragt, wird ein in Deutschland geborener Türke immer antworten, er sei Türke. Das soll gar nicht wertend gemeint sein, sondern ist eine bloße Tatsachenfeststellung.

Der Grund ist hier natürlich, dass den Deutschen jedes Nationalgefühl ausgetrieben wurde. Anders als beispielsweise in den USA. Oder eben der Türkei. Was mit schwarz und rot und gold zu tun hat und mit Deutschland als Nation, ist verpönt. Wie soll man sich mit Deutschland identifizieren, wenn man selbst und/oder die Eltern aus dem Ausland stammen.

Auf Wiedersehen Jungs
Auf Wiedersehen Jungs

Wie zum Beweis meldete sich die allseits beliebte Claudia Roth von den Grünen zu Beginn der Weltmeisterschaft und sagte, Deutschland solle nicht in „nationaler Selbstbeweihräucherung“ versinken. Ihr selbst liege es fern, eine deutsche Fahne zu schwenken. Wenn überhaupt, dann eine Regenbogenfahne. So eine Person wird in Deutschland Bundestagsvizepräsidentin und betritt jeden Tag den Reichstag, über dessen Portal in Stein gemeißelt steht: „Dem deutschen Volke“.

Özil und Gündogan hätten jedenfalls nach ihrem Auftritt bei Erdogan nicht nach Russland mitfahren dürfen. Die beiden waren bei zwei Testspielen gnadenlos ausgepfiffen worden. Fußballfreunde wollten sie nicht sehen.

Doch die Fans zählen genauso wenig wie die Wähler oder das „Volk“ und können keine Entscheidungen beeinflussen, die „die da oben“ treffen. Daher spielen beide für „die Mannschaft“, und jetzt haben sie die Quittung dafür bekommen.

In alternativen Berichten, das heißt solchen, die nicht Mainstream sind, wurde der Sieg der Mexikaner über die Deutschen gefeiert, auch weil es schwer fällt, sich mit „der Mannschaft“ noch identifizieren zu können oder zu wollen. In diesen Medien wird daher nach anderen Nationalmannschaften Ausschau gehalten, die sich besser eignen, ihnen die Daumen zu drücken. Geographisch gesehen bot sich die Schweiz an. Eine andere Nation, die wegen der sympathischen Spieler immer wieder genannt wurde, war Island.

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