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Armbanduhren lassen Glauben korrodieren

Armbanduhren lassen Glauben korrodieren

Die Frage ist einfach: Wem gehören die Luxusuhren, die Vizepremierminister General Prawit Wongsuwon trägt? Wenn sie seine sind, wann hat er sie gekauft? Und wenn nicht, wie gelangten sie an sein Handgelenk, fragt Atiya Achakulwisut.

Es ist schon sehr erstaunlich, dass ein Militär mit einer derartig illustren Karriere wie General Prawit die Frage nicht deutlich und direkt beantwortet. Stattdessen ließ er der Debatte freien Lauf, seitdem seine Luxusuhr und auch ein recht wertvoller Ring eher zufällig bei einer Fotosession des neuen Kabinetts fotografiert wurden.

Ist ihm eigentlich klar, dass sein Ruf jetzt verbrennt? General Prawit mag Journalisten gesagt haben, dass er in seiner gesamten Karriere nicht in Korruption involviert war. Sein Schweigen über seine Uhrenkollektion mag jedoch für einige Beobachter auf etwas anderes hindeuten.

Die Internetgemeinde scheint sich jedenfalls einen Spaß zu machen und durchforstet Archive, was dazu führt, dass immer mehr Bilder von General Prawit bekannt werden, auf denen er mit der einen oder anderen teuren Uhr zu sehen ist. Es stellt sich daher die Frage, was die Regierung antreibt, dieses Thema nicht aufzugreifen.

Schließlich nahm Premierminister General Prayuth Chan-ocha Stellung. Er distanzierte sich von seinem skandalumwitterten Vize und sagte, dass es General Prawits persönliche Sache sei, die Uhr und den Ring zu deklarieren. Niemand könne General Prawit schützen, fuhr er weiter fort, da er gegenüber der Nationalen Anti-Korruptionskommission (NACC) sein Vermögen offen legen müsse.

Während dieses Interviews zeigte General Prayuth den Journalisten seine eigene Armbanduhr. Es handelt sich um eine „billige“ Seiko, die „nur“ 250.000 Baht kostet.

Die Frage lautet, ob der Diamantring und die Richard-Mille-Uhr von General Prawit auf der Vermögensliste stehen müssten, die er der NACC übergeben hat.

Als die Klunker-Uhr und Ring Anfang Dezember letzten Jahres in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerieten, sagte General Prawit Reportern, dass er Uhr und Ring „regelmäßig“ trage, und diese schon „alt“ seien.

Diese Aussage macht die Angelegenheit komplizierter. Wenn Uhr und Ring alt sind, weshalb stehen sie nicht auf der Liste, die er 2014 der NACC übergeben hatte?

Am Rande: Wenn ein Beamter oder Politiker gegenüber der NACC absichtlich falsche Angaben macht, folgt die Absetzung, ein Berufsverbot von fünf Jahren und eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten und/oder eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Baht.

Es ist möglich, dass General Prawit Uhr/en und Ring nach 2014 anschaffte und die Liste über seine Vermögensverhältnisse nicht erneuert hat. Dazu ist er nicht verpflichtet, denn die Liste mit aktuellem Stand muss bei Amtsantritt übergeben werden.

In diesem Fall müsste General Prawit nur zeigen, dass er es sich leisten kann, Ring und Uhr zu kaufen, deren Wert auf rund zehn Millionen Baht geschätzt werden. Pro Jahr verdient er laut seiner Aufstellung, die er der NACC übergeben hatte, rund 874.000 Baht, er hat ein Vermögen von über 87 Millionen Baht.

Von diesen Vermögenswerten befinden sich laut Aufstellung 53 Millionen Baht auf der Bank. Das würde reichen, um das Uhrenproblem verschwinden zu lassen. Ein Mann, der mehr als 50 Millionen Baht auf dem Konto hat, kann sich Uhren der Marken Richard Mille, Rolex und Patek Phillippe leisten, keine Frage.

All das könnte General Prawit so vortragen und entsprechende Rechnungen vorlegen, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass sein Ring und seine Zeitmesser, so luxuriös sie auch sein mögen, legitim angeschafft wurden.

Doch General Prawit schweigt. Wilas Chanpitak von der Demokratischen Partei brachte es so auf den Punkt: „Das Schweigen verstärkt das Misstrauen der Öffentlichkeit.

General Prawit müsste nur die Rechnungen vorlegen, die mit den Seriennummern auf den Uhren identisch sind, um seinen Ruf wiederherzustellen und seine Aussage zu untermauern, dass er, der ehemalige Armeechef und Mann der Ehre, niemals etwas mit Korruption zu tun hatte.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge macht sich, wie Wilas von den Demokraten richtig sagte, aber jeder darüber Gedanken, weshalb es für General Prawit so schwierig ist, die Vorwürfe zu entkräften.

In einem Bericht wird allerdings angedeutet, dass der Uhrenskandal komplizierter und schwieriger zu erklären sein könnte als von der Öffentlichkeit angenommen. Ein enger Vertrauter General Prawits ließ die Medien wissen, dass die teuren Uhren, dazu gehört auch die kontroverse Richard Mille, die Leihgabe eines Geschäftsfreund seien.

Unglücklicherweise verstarb der Freund letztes Jahr, und General Prawit hat die Leihgabe nicht zurückgegeben. Der Vertraute meinte, dass General Prawit unter Druck stehe, weil er nicht wisse, wie der die Öffentlichkeit von dieser Geschichte überzeugen solle.

Das mag stimmen, die die Geschichte klingt ziemlich unglaublich. Es ist doch sehr ungewöhnlich, dass ein „Geschäftsfreund“ zu Lebzeiten teure Uhren verleiht. Und nach dessen Tod ist General Prawit nicht auf die Idee gekommen, diese an die Familie bzw. Erben zurückzugeben? Die Antworten auf eine einfache Frage könnten jetzt tatsächlich immer komplexer und merkwürdiger werden.

Der NACC-Vorsitzende Worawit Sookboon sagte, der Vizepremierminister habe bis zum 8. Januar Zeit, seine Vermögensaufstellung der Kommission zu übergeben bzw. zu erklären, woher Uhren und Ring stammen.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1381675/prawit-lets-watch-saga-corrode-faith

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