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Angriff der Pausensnacks

Angriff der Pausensnacks

Schulen und Eltern sind die erste Verteidigungslinie in Bezug auf Übergewicht bei Kindern, das langsam epidemisch wird.

Ein durchschnittliches Schulkind benötigt 1.600 bis 1.850 Kilokalorien Energie pro Tag. Angenommen, das Kind isst drei Spieße mit Hühnchen und einen Doughnut zum Frühstück, Pad Thai und ein Stück Schokoladenkuchen zum Mittag und am Abend gebratenen Reis und ein Stück Pizza. Dann sind wir schon bei 2.400 kcal. Wenn das Kind ständig auf dem Sofa lümmelt, wird es bald ein dickes Kind sein.

Die Ungleichheit zwischen Energieaufnahme und Energieabgabe gehört zu den Gründen, weshalb thailändische Kinder dicker und dicker werden. Dieses Übergewicht bei den Kleinen gehört mit zu den größten Herausforderungen des Gesundheitswesens. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht kommt zu dem Fazit, dass das Übergewicht bei Kindern, wenn nichts dagegen unternommen wird, Thailand das Ziel verfehlen lässt, bis 2030 die Nahrungsmittelsicherheit herzustellen.

Bei der Studie, vom Nationalen Statistikamt zusammen mit der UNICEF durchgeführt, haben Forscher Daten von 2006, 2012 und 2016 miteinander verglichen.

Die Anzahl der Kinder unter fünf Jahren mit Übergewicht stieg von 2006 mit 6,9 Prozent auf elf Prozent 2012. 2015 entspannte sich die Situation etwas, hier galten 8,2 Prozent der Kinder unter fünf als übergewichtig. Die Daten, und das ist wichtig zu erwähnen, wurden nach Maßstäben der Weltgesundheitsorganisation WHO erhoben.

Ladda Mosuwan, Assistenzprofessorin an der Fakultät Kinderernähung der Songkla University, ist bezüglich der Probleme Übergewicht und Fettleibigkeit bei thailändischen Kindern besorgt. Sie nahm Bezug auf Daten des Gesundheitsforschungsinstituts, das dem Ministerium für Gesundheit unterstellt ist.

Basierend auf den jüngsten Bericht, der Daten zwischen 2014 und 2015 erhob, sind 11,4 Prozent der Kinder unter fünf Jahren übergewichtig ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 1995, da waren es 5,8 Prozent. Bei Schulkindern sprang die Zahl deutlich nach oben auf 14 Prozent, fast das Doppelte des Prozentsatzes von 1995.

Die Anzahl der dicken Schulkinder ist höher als die der Vorschulkinder, weil sie sich in Schulen selbst etwas zu Essen kaufen können. Sie können auch dickköpfiger sein“, wusste Ladda zu berichten.

Global gesehen ist die Situation alarmierend. Laut WHO-Daten waren 2016 etwa 41 Millionen Kinder unter fünf Jahre überwichtig oder fettleibig. Über 340 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren waren 2016 übergewichtig. Fast die Hälfte der Kinder unter fünf, die 2016 übergewichtig waren, leben in Asien.

Zwei signifikante Faktoren spielen laut Ladda eine Rolle, wenn es um dicke Kinder in Thailand geht: die Essgewohnheiten und mangelnde Bewegung.

Lebensmittel, Snacks und Getränke enthalten oftmals eine hohe Anzahl von Kalorien, Fett und Zucker. Diese sind weiter verbreitet und leichter zu erwerben als früher. Dazu kommt Bewegungsmangel, und die physische Inaktivität macht Schlimmes noch schlimmer.

Wenn man Übergewicht hat, ist dies meist die Konsequenz aus Völlerei und Unbeweglichkeit“, sagte die Forscherin. „Moderne Kinder gehen häufiger einer sitzenden Tätigkeit nach als früher. Telefone und Tablets stehlen ihre Zeit, die sie normalerweise nutzen würden, um körperlichen Aktivitäten nachzugehen. Diese Art von Situation betrifft nicht nur Stadtkinder, sondern auch die auf dem Land.

Der Kinderarzt Dr. Piyarat Lertbunnaphong zählte weitere Gründe auf, die ebenfalls zu Übergewicht bei Kindern führen kann. Diese sind aber weniger wahrscheinlich.

Eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten hat sich sowohl in Thailand als auch in anderen Ländern mit dem Übergewicht bei Kindern beschäftigt. Selbst in ländlichen Gebieten Thailands, in denen es Lebensmittel nicht in so großem Überfluss gibt wie in den Städten, sind die Kinder weniger unterernährt als früher und neigen zur Übergewichtigkeit. Abgesehen von falschen Ess- und Lebensgewohnheiten sind genetische Gründe ursächlich oder hormonelle Anomalien und Steroide.

Piyarat schloss sich Laddas Meinung an und sagte, dass der leichtere Zugang zu immer mehr Lebensmitteln ein Hauptgrund für Übergewicht sei.

In heutigen Lebensmitteln befinden sich viel Fett und Zucker. Lebensmittel enthalten jetzt viel Fett und Butter, aber wenig Ballaststoffe. Kinder können ganz leicht Softdrinks in Supermärkten kaufen, die viel Zucker enthalten. Sie essen dieses Essen und leben ihr bequemes Leben, laufen zum Beispiel weniger, weil es bessere Transportmittel gibt. Sie sitzen nur da und verbringen die Zeit mit ihren Telefonen. Im Grunde essen sie mehr und bewegen sich weniger.

Ein Indikator, sagte Ladda, um vorherzusehen, ob ein Kind Übergewicht bekommen oder unter damit in Zusammenhang stehende Erkrankungen wie Diabetes leiden könnte, seien die ersten 1.000 Tage im Leben des Kindes. Ernährung und Bewegung sind Dinge, auf die man sein ganzes Leben achten sollte. Aber in den ersten 1.000 Tagen im Leben eines Kindes können bis zu einem gewissen Grad bestimmte Dinge vorausgesagt werden.

Übergewicht wirkt sich nicht nur auf das Aussehen eines Kindes aus. Es könnten chronische Erkrankungen folgen wie Diabetes, Nieren- und Leberkrankheiten, Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems, hoher Blutdruck, Schnarchen, Schlafapnoe, Kniegelenkerkrankungen und Beindeformationen.
Dick zu sein kann sich auch auf die Psyche auswirken“, fügte Piyarat hinzu. „Die Kinder könnten gemobbt werden, was eine Depression auslösen könnte.
Die Erkenntnis der Eltern, dass die Kinder womöglich zu dick werden, kommt erst langsam, oftmals zu spät.

Viele thailändische Eltern und Großeltern glauben, dass dicke Kinder etwas Tolles sind, und meinen, dass sie automatisch schlanker werden, wenn sie wachsen. Leider ist das ein Mythos.

Manchmal dauert es zu lange, bevor Eltern merken, dass ihr Kind übergewichtig ist, weil sie dicke Kinder mögen. Sie erkennen das Problem erst, wenn das Kind sehr, sehr dick ist. Verleugnung ist in thailändischen Familien häufig zu finden. Und wenn es zu lange dauert, bis erkannt wird, dass ein Problem vorliegt, dann dauert es lange, es zu lösen.

Die Lebensmittelindustrie und die Hersteller spielen eine signifikante Rolle beim Übergewicht der Kinder.
Sie stehen miteinander im Wettbewerb, den Markt mit schädlichen Lebensmitteln zu beliefern“, sagte Ladda. „Werbung und Marketing bezieht sich direkt auf die Kinder als Zielgruppe, die dann essen wollen, wofür geworben wird.

Um das Problem zu lösen, was nicht einfach sein wird, ist die Mitarbeit aller Beteiligten nötig.

Natürlich sollte sich die Nahrungsmittelindustrie über die Konsequenzen im klaren sein, wenn sie weiterhin ungesunde Lebensmittel herstellt und diese an die jüngste Generation im Land verkauft.

Schulen, in denen die Kinder die meiste Zeit verbringen, sollten mit präventiven Maßnahmen helfen, dazu gehört ein ernährungstechnisch ausgeglichenes Mittagessen sowie mehr Sportunterricht, schlug Piyarat vor. Aber allem voran stehen die Eltern und andere ältere Familienmitglieder in der Pflicht, da sie die meiste Macht über die Ernährungsgewohnheiten des Kindes haben.

„Um das Problem des Übergewichts bei Kindern zu lösen, müssen wir das Problem der Einstellung der Eltern lösen“, sagte Piyarat. „Sie müssen verstehen, dass dicke Kinder eben nicht toll sind, und dass dicke Kinder nicht immer gesunde Kinder sind. Eltern müssen wissen, was Kinder essen sollten und was nicht. Hier könnten praktische Ärzte in Krankenhäusern ins Spiel kommen, die Richtlinien und Ernährungsdaten herausgeben, damit Eltern wissen, was sie zu Hause tun können.  Eltern sollten insbesondere bei Schulkindern wachsam sein, denn dann fangen sie an, selbst Lebensmittel zu kaufen. Man muss ihnen sagen, dass sie nur zwei Dinge kaufen dürfen, die in dem Kühlregal eines Supermarktes stehen: Wasser und Vollmilch.

Ladda fügte hinzu, dass „Eltern aufpassen müssen, weil die körperliche Gesundheit ein wichtiger Grundstein für ein gesundes Gehirn ist. Sie müssen aufhören zu denken, dass es mit dem Übergewicht vorbei ist, wenn ein Kind erwachsen wird.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/news/special-reports/1377167/snack-attack

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