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Änderungen in der Tourismusindustrie notwendig

Änderungen in der Tourismusindustrie notwendig

Der starke Rückgang der Anzahl chinesischer Touristen in Thailand gibt bei der thailändischen Regierung Anlass zur Sorge. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Touristen aus China den größten Anteil an der thailändischen Tourismusindustrie haben und hier eine Abhängigkeit entstanden ist.

Eine Idee, die Touristen zurück zu gewinnen, war, ihnen und Reisenden aus fast zwei Dutzend anderen Ländern Visumsgebühren zu erlassen. Dann kämen wieder mehr Besucher, nachdem die Anzahl chinesischer Touristen seit Juli zurückgegangen ist.

Diese Idee wurde relativ zügig in die Tat umgesetzt.

Jahrelang erreichte die Anzahl chinesischer Besucher immer neue Rekorde, auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Doch seit Juli ist ein Rückgang zu vermelden.

Im Juli waren es 0,87 Prozent weniger, im August zwölf Prozent und im September 15 Prozent weniger (Vergleich jeweils Vorjahresmonat). Damit sinken auch die Einnahmen. Im Juli stiegen sie zwar noch um 4,4 Prozent, aber im August gingen sie um 7,2 Prozent und im September sogar um 11,5 Prozent zurück.

Es wird erwartet, dass sich dieser Trend bis Jahresende fortsetzt, auch in der Hochsaison. Ausgeschlossen ist natürlich nicht, dass es auch 2019 so weitergeht.

Auslöser für den Besucherschwund dürfte das Bootsunglück vor Phuket im Juli gewesen sein, bei dem 47 chinesische Urlauber starben.

China kritisierte Thailand, nachdem Vizepremierminister General Prawit Wongsuwan nicht generell mangelnde Sicherheitsmaßnahmen in Thailand verantwortlich machte, sondern den chinesischen Reiseveranstalter, der die Reise organisiert hatte.

Als ob das nicht schon genügt hätte, wurde ein Video veröffentlicht, das zeigte, wie ein Sicherheitsbeamter einen Chinesen auf dem Bangkoker Flughafen Don Mueang angriff. In chinesischen Netzwerken wird berichtet, der Mann sei angegriffen worden, weil er sich geweigert hatte, einem Beamten 300 Baht „Trinkgeld“ für ein Visa on Arrival zu zahlen.

Unter anderem ist die Regierung über fallende chinesische Besucherzahlen so besorgt, weil alle erwartet hatten, dass sie steigen. Jetzt ist genau das Gegenteil der Fall.

Die Behörden und die Privatwirtschaft waren davon ausgegangen, dass in diesem Jahr mindestens elf Millionen Chinesen nach Thailand kommen. Sie hätten dann ein Drittel aller ausländischen Touristen ausgemacht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zahl chinesischer Touristen zurückgeht. Im August 2015 kamen bei dem Anschlag auf den Bangkoker Erawan-Schrein 20 Personen ums Leben, 125 wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Chinesen. Danach ging die Zahl chinesischer Touristen stark zurück, die Zahlen erholten sich Anfang 2016 aber wieder.

Im August 2016 war wieder ein Einbruch zu verzeichnen, weil die thailändische Regierung gegen die sogenannten Zero-Dollar-Touren vorging. Auch hier stieg die Zahl Anfang des darauf folgenden Jahres wieder an, auch weil Visumsgebühren verringert oder erlassen wurden, so wie jetzt.

Ob das dieses Mal auch eine effektive Maßnahme ist, gilt jedoch als umstritten.

Nicht zuletzt sollte bedacht werden, dass die chinesische Konjunktur wegen des Handelskonflikts mit den USA leidet. Wenn die Wirtschaftsleistung Chinas betroffen ist, dann auch die von potentiellen Urlaubern.

Abgesehen davon, ob die Zahl chinesischer Touristen weiter fällt oder wieder steigt, sollten Regierung und Behörden die Zeit nutzen, einmal über die Maßnahmen und Förderung der Tourismusindustrie grundsätzlich nachzudenken und wie man Thailand als Reiseziel verbessern und internationale Standards erreichen kann.

Hohe Standards sind für den Tourismus sehr wichtig.

Einige negative Vorfälle, die dazu führten, dass die Zahl der chinesischen Touristen sinkt, sind auf mangelhafte Standards zurückzuführen, vor allem in Bezug auf die Sicherheit.

47 Chinesen ertranken bei dem Bootsunglück vor Phuket. Weitere 20 ertranken meist auf Phuket beim Schwimmen. Allein diese Zahlen zeigen, wie es mit der Sicherheit in Thailands Tourismushochburgen bestellt ist.

Die Regierung sollte sich vielleicht auf Tourismusqualität und nicht Quantität konzentrieren, auch wenn die Besucherzahl stets wichtig sein mag.

Der Massentourismus zerstört Touristenattraktionen wie beispielsweise Maya Bay mit dem berühmten Strand: jetzt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Oder Similan Islands: jetzt darf nur noch eine begrenzte Anzahl von Besuchern auf die Inseln.

Es gibt weitaus mehr chinesische Individualreisende als früher, aber nach wie vor gibt es die „Gänsemarschtouristen“, die einem Fähnchen hinterher laufen und zur Wirtschaft des Landes wenig beitragen: Sie kaufen und essen in Geschäften und Läden, die Chinesen gehören, sie wohnen in Hotels, die Chinesen bauten oder kauften.

Änderungen in der Tourismusindustrie notwendig
Änderungen in der Tourismusindustrie notwendig

Wenn man bedenkt, dass letztes Jahr rund ein Drittel aller ausländischen Touristen Chinesen waren, kann man nicht bestreiten, dass die Chinesen für die thailändische Tourismusindustrie sehr wichtig sind. Dennoch sollten Regierung und Behörden ihre Strategie überprüfen und sicherstellen, dass hier internationale Standards eingehalten werden.

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