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AEC bringt nur wenige Änderungen mit sich

AEC bringt nur wenige Änderungen mit sich
Bildquelle :http://pattayatoday.net/wp-content/uploads/2015/02/ASEAN-member-countries_1.jpg

Auch wenn der Startschuss für die Asiatische Wirtschaftsgemeinschaft (AEC) Ende dieses Jahres fällt, so scheint es, als ob die AEC auf einzelne Länder dieselben Auswirkungen hat wie ein Sack Reis, der in China umfällt.

Die AEC soll ein Freihandelsabkommen zwischen zehn südostasiatischen Ländern sein, deren Beginn mit dem 31. Dezember 2015 festgesetzt wurde. Doch viele Wirtschaftswissenschaftler sagen, dass sich zunächst so gut wie nichts ändern wird, weil sich die einzelnen Länder mit einer protektionistischen Politik schützen.

Der größte Mythos über die AEC ist, dass sich Arbeitskräfte in der Region frei bewegen können. Daher geht insbesondere in Thailand die Angst um, dass Ausländer aus der Region in Thailand bevorzugt eingestellt werden könnten, weil sie im Gegensatz zu ihren thailändischen Kollegen über gute Englischkenntnisse verfügen.
Doch nur gut ausgebildete Fachkräfte werden überhaupt in anderen Ländern arbeiten können: Ingenieure, Krankenschwestern, Ärzte und Zahnärzte, Architekten, Sachverständige und Buchhalter, um einige Berufe aufzuzählen. Und selbst dann müssen sie noch die Hürde nehmen, einen Test zu absolvieren, dessen Ablauf jedes ASEAN-Land durch eigene Gesetze selbst bestimmt.

Hinzu kommt, dass jeder potentielle Arbeitnehmer, der in Thailand arbeiten will, in einem lokalen Unternehmen arbeiten muss und sich nicht selbstständig machen kann. Es wird in Thailand also keine niedergelassenen Ärzte von den Philippinen oder aus Indonesien mit eigener Praxis geben. Das alles untermauert, dass es sich bei der freien Wahl von Arbeitsplätzen in der Region nur um einen Mythos handeln kann.
Das thailändische Forschungsinstitut für Entwicklung (TDRI) glaubt, dass es auch an politischem Willen mangelt, solche Regelungen zukünftig zu ändern.
Die meisten ASEAN-Länder, auch Thailand, wollen doch gar keine Gesetzesänderungen. Nur Singapur versucht, die freie Arbeitsplatzwahl für Fachkräfte zu fördern. Viele Thais haben Angst, dass sie im Dienstleistungsgewerbe ihre Jobs an Ausländer verlieren, aber das wird in den ersten Jahre nicht passieren.
Das TRDI fügte hinzu, dass es sehr wohl wirtschaftliche Gründe gäbe, die Märkte zu öffnen, dazu gehört beispielsweise der Mangel an Krankenschwestern in Thailand. Doch der Staat wird sich hüten, seine eigene Bevölkerung in die Bredouille zu bringen.

Thailand hat noch einen weiten Weg vor sich, seine Bevölkerung auf die mittelfristigen Änderungen der AEC vorzubereiten. Wenig wurde getan, um die Ausbildung der Arbeiter zu verbessern, damit sie bessere Produkte herstellen oder besser im Dienstleistungsgewerbe dienen können. Die Verkehrssprache der AEC ist Englisch, aber außerhalb der Touristenindustrie ist Englisch in Thailand so gut wie kein Thema.

Wenn nach Inkrafttreten der AEC mehr Leute aus den ASEAN-Staaten nach Thailand kommen sollen, so wird von ihnen nach wie vor eine Arbeitserlaubnis gefordert werden, falls sie in Thailand arbeiten wollen. Einige Beobachter glauben, dass mögliche Reformen im Hinblick auf die AEC nach dem Putsch erst einmal zurückgestellt wurden, weil die Regierung zurzeit mit anderen Dingen beschäftigt ist.
Was thailändische Fachkräfte wie Ärzte und Krankenschwestern betrifft, so suchen diese nicht unbedingt eine Anstellung in anderen ASEAN-Ländern. Sie könnten die Vereinigten Staaten, Kanada oder ein Land der Europäischen Union bevorzugen, weil dort viel höhere Gehälter als in den ASEAN-Ländern bezahlt werden.
Viele Beobachter sind der Meinung, dass der Fachkräftemangel in der Region keineswegs durch die AEC behoben werden könnte, weil diese Leute viel lieber außerhalb Südostasiens arbeiten und nicht in regionalen Gefilden.

Die AEC wird in den ersten Jahren wohl auch keinesfalls den internationalen Tourismus fördern, weil sich an den Visumsbestimmungen nichts ändern wird. Touristen aus den USA, aus Europa oder aus Australien werden nach wie vor Visa für jedes einzelne ASEAN-Land benötigen, das sie besuchen wollen. Wenn jemand eine Rundreise durch vier verschiedene ASEAN-Staaten plant, braucht der Tourist in der Regel auch vier Visa.
In anderen Worten: der Beginn der AEC bedeutet nicht, dass sich in irgendeiner Hinsicht die Gesetzeslage der jeweiligen Ausländerbehörde ändert“, kommentierte das TDRI, „auch wenn es einige Fortschritte gibt, was ein gemeinsames Visum für Thailand und Kambodscha betrifft.
Die AEC hat auch keinen Einfluss auf die Visumserteilung für Thais, die ein Land in einem anderen Kontinent bereisen wollen. Der bürokratische Prozess bleibt derselbe.
Die AEC ist dafür gedacht, den Wettbewerb zu verstärken und die Märkte der zehn Mitgliedsstaaten zu liberalisieren. Aber es wird Jahre dauern, bis das durchgesetzt werden kann. Zunächst einmal muss der Wille in den einzelnen Ländern geschaffen werden, dann müssen entsprechende Gesetze entworfen und ratifiziert werden – und zwar in jedem Parlament jedes individuellen Landes.

So wie es jetzt aussieht, scheint die Erwartungshaltung, die mit dem 31. Dezember 2015 einhergeht, nichts weiter als ein aufgeblasener Hype zu sein.

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